glühen

* * *

glü|hen ['gly:ən] <itr.; hat:
1. rot leuchten und starke Hitze ausstrahlen:
die Kohlen glühen; das Eisen glüht im Feuer.
2. vor Hitze stark gerötet sein:
ihre Wangen glühen; das Gesicht glüht vor Hitze, Fieber.

* * *

glü|hen 〈V.; hat
I 〈V. intr.〉
1. leuchten infolge des Ausstrahlens elektromagnet. Schwingungen bei erhitzten Körpern (von etwa 500 °C an)
2. ohne Flamme brennen, rot, rötlich leuchten
3. 〈fig.〉 sehr heiß, rot sein (vor Aufregung, Freude), erregt, begeistert, innerl. entflammt sein
● das Feuer, die Kohle, die Kochplatte glüht; in der Ferne glüht ein Lichtfür eine Idee \glühen; die Gipfel der Berge glühten in der Abendsonne; in Leidenschaft, Liebe \glühen 〈fig.〉; ihr Gesicht, ihr Körper glühte im, vor Fieber; \glühen vor Begeisterung, Verlangen ● er ist ein \glühender Anhänger dieses Gedankens; er verfolgt sie mit \glühenden Blicken; \glühender Hass entstellte sein Gesicht; bei \glühender Hitze wandern; ich saß wie auf \glühenden Kohlen (vor Angst od. Ungeduld); er ist ein \glühender Verehrer ihrer Kunst 〈fig.〉; mit (vor Begeisterung) \glühenden Wangen zuhören, zuschauen; es war mittags \glühend heiß
II 〈V. tr.〉
1. glühend machen (Metalle, Werkstoffe)
2. bei hohen Wärmegraden bearbeiten
[<ahd. gluoen, engl. glow <idg. *ghlou-; zu idg. *ghel- „glänzen“]

* * *

Glü|hen [ahd. gluoen = glänzen]:
1) bei erhitzten Festkörpern die Emission von Wärmestrahlung u. sichtbarem Licht (Glühemission, vgl. Glut) u. (bei glühenden Metallen, z. B. Glühkathoden) auch von Glühelektronen
2) Wärmebehandlung, bei der feste Stoffe vorübergehend zum Glühen gebracht werden, z. B. bei der Härtung von Stahl, beim Blank- oder Zunderfreiglühen metallischer Werkstoffe oder bei der thermischen Zersetzung anorg. Salze ( Glühverlust).

* * *

glü|hen <sw. V.; hat [mhd. glüe(je)n, ahd. gluoen, urspr. = glänzen, schimmern, verw. mit gelb]:
1.
a) [ohne helle Flamme] rot leuchtend brennen; rot vor Hitze leuchten:
das Feuer glüht nur noch;
die Zigaretten glühten in der Dunkelheit;
die Herdplatte glüht;
<subst.:> etw. zum Glühen bringen;
Ü ihr Gesicht glühte [vor Begeisterung];
er hatte vor Eifer glühend rote Ohren;
der Himmel glühte (leuchtete rot) von der untergehenden Sonne;
heute ist es glühend (sehr) heiß;
b) etw. bis zum Glühen (1 a) erhitzen:
Eisen g.;
das Eisen ist glühend heiß.
2. (geh.) von einer leidenschaftlichen Gemütsbewegung erfüllt, erregt, begeistert sein:
er glühte in Leidenschaft, vor Eifer, für seine Idee;
er glühte danach, sich zu rächen;
glühende Liebe, Begeisterung;
glühender Hass;
ein glühender Verehrer;
sie schilderte den Vorgang mit glühenden Worten;
jmdn. glühend bewundern.

* * *

Glühen,
 
1) Metallurgie: eine Wärmebehandlung von Metallen (besonders von Stahl), die im Gegensatz zum Anlassen bei Temperaturen oberhalb beginnender Rotglut durchgeführt wird, um das Gefüge zu beeinflussen.
 
 2) Physik: durch Erhitzen bewirktes Leuchten der Körper; beginnt bei festen Körpern bei etwa 400 ºC mit der Grauglut, geht bei 525 ºC in dunkle Rotglut über, erreicht bei etwa 1 000 ºC die Gelbglut und endet bei 1 200 ºC mit der Weißglut, die ihre volle Entfaltung bei etwa 1 600 ºC zeigt. Unter 400 ºC senden erhitzte Körper nur unsichtbare, aber an ihrer Wärmewirkung nachweisbare infrarote Strahlen aus. Mit zunehmender Temperatur kommt zuerst die sichtbare, dann die ultraviolette Strahlung dazu. Die Stärke dieser Strahlungen wächst mit der Temperatur. Die Temperaturabhängigkeit der Glühfarben kann zur näherungsweisen Temperaturbestimmung glühender Körper ausgenutzt werden.

* * *

glü|hen <sw. V.; hat [mhd. glüe(je)n, ahd. gluoen, urspr. = glänzen, schimmern, verw. mit ↑gelb]: 1. a) [ohne helle Flamme] rot leuchtend brennen; rot vor Hitze leuchten: das Feuer glüht nur noch; die Zigaretten glühten in der Dunkelheit; die Herdplatte glüht; eine glühende Nadel; <subst.:> etw. zum Glühen bringen; Ü ihr Gesicht glühte [vor Begeisterung]; er hatte vor Eifer glühend rote Ohren; der Himmel glühte (leuchtete rot) von der untergehenden Sonne; heute ist es glühend (sehr) heiß; b) etw. bis zum Glühen (1 a) erhitzen: Eisen g.; das Eisen ist glühend heiß; das große Feuer ..., wo nicht Holz geglüht wurde, sondern Menschen (Wiechert, Jeromin-Kinder 354). 2. (geh.) von einer leidenschaftlichen Gemütsbewegung erfüllt, erregt, begeistert sein: er glühte in Leidenschaft, vor Eifer, für seine Idee; er glühte danach, sich zu rächen; <1. Part.:> glühende Liebe, Begeisterung; glühender Hass; Meine Liebe, die eine Idee war ..., eine knabenhaft glühende Bewunderung (Stern, Mann 92); ein glühender Verehrer, Gegner; sie schilderte den Vorgang in glühenden Farben, mit glühenden Worten; jmdn. glühend bewundern; Ich springe auf, glühend (von dem leidenschaftlichen Wunsch erfüllt), ihm zu helfen (Remarque, Westen 201).

Universal-Lexikon. 2012.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Glühen — Glühen, Leuchten von festen Körpern, Flüssigkeiten und Gasen infolge starker Wärmeentwicklung bei einer Temperatur von 500–600° C. Einige Calcium und Magnesiumverbindungen, Zinkoxyd u. dergl. beginnen schon bei niedrigerer Temperatur zu… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Glühen — Glühen, verb. reg. welches in doppelter Gestalt üblich ist. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, wo es eigentlich leuchten, bedeutet, aber nur noch in engerer Bedeutung von solchen von dem Feuer durchdrungenen Körpern gebraucht wird,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Glühen — Glühen, 1) das Leuchten stark erhitzter u. dadurch zum Verbrennen gebrachter, bes. feuerbeständiger Körper, wobei sie jedoch nicht in Flamme ausbrechen. Die Temperatur, bei welcher die Körper anfangen zu glühen, wurde von Newton zu 335° C., von… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • glühen — V. (Mittelstufe) ohne Flammen rot leuchten vor Hitze Beispiel: Die Kohlen im Ofen glühen noch ein bisschen. glühen V. (Oberstufe) geh.: eine leidenschaftliche Gemütsbewegung zum Ausdruck bringen Beispiel: Sein Gesicht glühte vor Stolz, als er aus …   Extremes Deutsch

  • glühen — Vsw std. (9. Jh.), mhd. glü(ej)en, ahd. gluoen, as. glōian Stammwort. Aus g. * glō a glühen , das ursprünglich ein starkes Verb war, aber als solches nur noch in ae. glōwan erhalten ist; auch anord. glóa ist ein schwaches Verb. Das Wort hat keine …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • glühen — glühen: Das altgerm. Verb mhd. glüe‹je›n, ahd. gluoen, niederl. gloeien, engl. to glow, älter schwed. glo gehört zu der Wurzelform *g̑hlō der unter ↑ gelb dargestellten idg. Wurzel *g̑hel »glänzend, schimmernd, blank«. Zu »glühen« gebildet ist… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Glühen — Glühen, das Leuchten eines Körpers bei sehr starker Erhitzung, beginnt ziemlich gleichmäßig bei einer Temperatur von 525°. Bei dieser Temperatur reicht das Spektrum bis zur Fraunhoferschen Linie B, bei 655° bis F (im Grün), bei 725° bis zum… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Glühen — Glühen, Glut, das Leuchten der Körper bei starker Erhitzung, beginnt bei 525° C. (dunkelrot), bei 1200° tritt reine Weißglut auf …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Glühen — Glühen, das Leuchten stark erwärmter, besonders fester Körper, ohne eigentliche Flamme, in der Regel bei einer Temperatur von 400°–140°R. beginnend; die Farbe geht mit der verstärkten Hitze vom Dunkelroth durch Gelb in das Weiß über …   Herders Conversations-Lexikon

  • Glühen — Glühfarben [1] Farbe Temperatur  Dunkelbraun 550 °C  Braunrot 630 °C …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.